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Buchtipps

Hier werde ich in lockerer Folge Bücher vorstellen, die mir gut gefallen haben. Die Texte erheben keinen Anspruch, der Gattung "Rezension" gerecht zu werden, sondern ich schreibe einfach, was mir wichtig erscheint. Keine Angst, ich verrate nicht, wie die Geschichten ausgehen!

"Beim Leben meiner Schwester“ (Jodi Picoult)
"Als ich klein war, fragte ich mich nicht, wie Babys gemacht wurden, sondern warum." - Präimplantationsdiagnostik ist nicht erst seit GATTACA ein viel diskutiertes Thema. Hoffnungsvoll erscheinende medizinische Möglichkeiten stehen häufig einer unbestimmten Angst vor Missbrauch entgegen. Wer je geglaubt hat, man könnte Missbrauch durch einen Appell an die Moral des Menschen oder im Notfall per Gesetz vermeiden, dem sei diese Geschichte empfohlen…
Sara & Brian Fitzgerald wollen kein Designerbaby mit einem hübschen Gesicht, langen Beinen oder einem IQ von 130…sie wollen bei ihrer Tochter Anna „nur“ sichergehen, dass sie genetisch soweit mit ihrer leukämiekranken Schwester Kate übereinstimmt, dass diese durch die Stammzellen aus Annas Nabelschnurblut gerettet werden kann, da der ältere Bruder Jesse nicht als Stammzellspender in Frage kommt. Dann würde alles gut werden und sie wären eine ganz normale, glückliche und gesunde Familie mit drei natürlich gleichermaßen geliebten Kindern...
Doch es kommt anders: Als Anna 13 Jahre alt ist, verklagt sie ihre Eltern, weil sie nicht bereit ist, nach unzähligen Lymphozyten-, Granulozyten- und Knochenmarkspenden nun auch ungefragt eine Niere für Kate zu opfern. Damit beginnt ein Prozess, der die Familie auf ungekannte Weise herausfordert: Jeder begreift auf seine Weise, welche unbewussten Gesetzmäßigkeiten bis dahin geherrscht haben und verzweifelt erkennen alle, dass es keinen uneingeschränkt guten Weg gibt. Was bedeutet Liebe, wenn man sich zwischen dem Wohl von zwei Kindern entscheiden soll? Oder zwischen dem eigenen Leben und dem der Schwester? Die Geschichte macht deutlich, dass es manchmal einfach keine annehmbare Lösung für ein Problem gibt, und dass wir Menschen diesen Punkt erkennen und darauf vertrauen müssen, dass eine andere Macht eine Entscheidung für uns treffen wird…die möglicherweise ganz anders aussieht, als alle Alternativen, die wir je betrachtet haben.
Der Stoff wurde bereits mit Cameron Diaz und Alec Baldwin verfilmt und kommt im Juni 2009 in den USA und in England unter dem Originaltitel "My Sister's Keeper" in die Kinos.
- Piper Verlag, ISBN: 3492247962 (Taschenbuch; 476 Seiten)

"Die Winterrose" (Jennifer Donnelly)
London, 1900. India Selwyn-Jones, frisch gebackene Ärztin und Verlobte des bekannten Parlamentsabgeordneten Freddie Lytton, steckt auf ihrer Examensfeier voller Idealismus. Sie träumt von einer eigenen Klinik für bedürftige Frauen und Kinder und möchte den Ärmsten der Armen im Londoner Osten Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglichen. Gefühle haben in Indias Leben einen untergeordneten Stellenwert. Sie ‚vernebelten die Sinne’…dieses Mantra ihres Professors ruft sich India immer wieder ins Gedächtnis, wenn die schmerzhaften Erfahrungen ihrer Jugend sie einholen und sie von Sinnfragen gequält wird.
Doch dann rettet India dem Gangsterboss Sid Malone durch eine Notoperation das Leben…und lernt durch ihn nicht nur das wahre Ausmaß der Verzweiflung im East End kennen, sondern findet am eigentlich doch so völlig falschen Platz die Antwort auf alle ihre Fragen: Die unglaubliche Erfahrung von wahrer Liebe mit all ihren Facetten, voller Hingabe, Sehnsucht und scheinbarer Ausweglosigkeit, bestimmt nun den Lauf der Dinge…
Die Geschichte von India und Sid ist weit mehr als nur eine Variation des ewigen Themas der unendlichen, leidenschaftlichen, aber doch unmöglichen Liebe, die nicht sein darf und doch sein muss. Es geht um gesellschaftliche und persönliche Vorurteile, um die Relativierung von Wertvorstellungen, um Selbstaufgabe und wiedergefundenen unbändigen Lebenswillen, um nicht zu täuschende kindliche Intuition und Cleverness und um die Bedeutung von echter Freundschaft. Ein wunderbarer Roman für Liebhaber großer Gefühle - mit Tränengarantie.
- Piper Verlag, ISBN: 3492252818 (Taschenbuch; 776 Seiten)

"Das Herzenhören" (Jan-Philipp Sendker)
'Nicht alles, was wahr ist, kann man erklären...' - Julia Win ist Ende 20, lebt in New York City und bastelt an ihrer Karriere als erfolgreiche Anwältin, ganz ihrem Vater nacheifernd...ihrem Vater, der vor vier Jahren morgens aus dem Haus ging und nie wieder gesehen wurde.
Weder Julia und ihre Mutter noch die Polizei haben den Grund für sein Verschwinden je herausgefunden. Doch als Julia einen 40 Jahre alten Liebesbrief ihres Vaters an eine mysteriöse Mi Mi aus Birma entdeckt, entschließt sie sich, auf eigene Faust Gewissheit zu erlangen und fliegt nach Birma, das Geburtsland ihres Vaters. Dort trifft sie U Ba, einen alten Birmanen, dem es gelingt, Julias Vertrauen zu gewinnen. Von berufswegen skeptisch, glaubt die junge New Yorkerin zuerst kein Wort seiner Geschichten über den bemerkenswerten Jungen, der ihr Vater gewesen sein soll. Doch U Bas Stimmme und Augen lassen Julia nicht wieder los und so erlaubt sie ihm, seine Geschichte zu Ende zu erzählen...die Geschichte der ersten 20 Lebensjahre ihres Vaters, über die er nie ein Wort verlor. Eine Reise in das Birma der 30er Jahre beginnt...
Sobald U Ba seine Geschichte beginnt, war es mir unmöglich, dieses Buch wieder aus der Hand zu legen! Die Erzählung beschreibt das ganze Spektrum menschlicher Gefühle auf eine Weise, die die Seele anrührt. Es ist die Geschichte der ganz großen, unendlichen Liebe, von der wir alle träumen. Und doch hat die Liebe von Tin Win und Mi Mi nichts mit schmerzlicher Sehnsucht oder Eifersucht zu tun. Sie überwindet Raum und Zeit und begehrt nicht, was sie nicht bekommen kann. Sie ist da, ein großer, sicherer, unumstößlicher Fels in der Brandung und gibt den Liebenden alles, was sie sich je gewünscht haben.
Die Geschichte öffnet den Geist für eine klare, einfache Sicht der Dinge. Für die Besinnung auf das Wesentliche. Für den Glauben, dass alles möglich ist. Bis zum Schluss steckt der Roman voll von Überraschungen und lässt den Leser nicht mehr los!
- Goldmann Verlag, ISBN: 3442457262 (Taschenbuch; 287 Seiten)

"Jeder Tag ein kleines Wunder" (Greg Manning)
Lauren Manning, die Ehefrau des Autors, betritt am 9.11.2001 die Lobby des World Trade Centers, als ihr ein Feuerball entgegenrast. Wie durch ein Wunder schafft sie es, sich nicht nur auf die Straße zu retten, sondern auch sofort von einem Krankenwagen in die Klinik gebracht zu werden. Zu diesem Zeitpunkt sind 82,5 Prozent ihrer Hautoberfläche verbrannt und sie schwebt in akuter Lebensgefahr. Ein langer Kampf beginnt, voll von unvorhersehbarer Hindernissen...
Laurens Ehemann hat ihre bewegende Geschichte in Form von E-Mails veröffentlicht, die er täglich an seine Freunde geschrieben hat, um sie auf dem Laufenden zu halten und Ihnen für die Anteilnahme und Hilfe zu danken, die er in jener schweren Zeit erfuhr.
"Jeder Tag ein kleines Wunder" ist jedoch nicht nur ein Bericht über die Therapie einer Schwerstverbrannten, im Gegenteil: Auf detailierte medizinische Beschreibungen wird verzichtet. Viel mehr ist es die Geschichte eines Mannes, dessen Leben durch die Anschläge am
11. September in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Greg Manning beschreibt seine Erlebnisse auf Trauerfeiern, seine Gefühle beim Besuch von Ground Zero, seine Odyssee auf der Suche nach finanzieller Unterstützung und vieles mehr. Dabei ist der Text durch die relativ kurzen Kapitel und eine unkomplizierte Sprache leicht zu lesen.
Eine ergreifende authentische Geschichte, die nicht nur für "hartgesottene" Mediziner interessant ist, sondern auch sanften Gemütern
gefallen wird.
- Ullstein Verlag, ISBN: 3550083823 (gebundenen Ausgabe) bzw. ISBN: 3548364802 (Taschenbuch)